Die Welt von gestern von Stefan Zweig

Das ist das vierte Buch, das wir von Stefan Zweig gelesen haben und auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht. Dieses stilistisch brillante Epochenportrait hat uns allen sehr gut gefallen, obwohl es einigen von uns auffiel, dass Zweig nichts Privates geteilt hat, Frauen kaum erwähnt wurden,  und er das Leben in seiner Schicht und seine Juden beschreibt und die Ost-Juden nur mit einem Satz erwähnt

Stefan Zweigs Beobachtungsgabe ist beindruckend und es war wunderbar zu lesen, wie ehrfürchtig er von bestimmten bekannten Leuten sprach, sowie die Beschreibungen seiner Eindrücke von damals, von ausländischen Städten, von Wien und der Wiener Gesellschaft.  Er liebte die Kultur und war immer bereit, seinen Horizont zu erweitern. Einzelne Tatsachen waren faszinierend wie z.B. dass man damals ohne Pass ins Ausland reisen konnte oder Aussagen über seine eigene Arbeitsweise und die von Richard Strauss. 

Viele von uns hat der Inhalt tief aufgewühlt, denn die damalige Lügenpropaganda vor dem Zweiten Weltkrieg und die Diskriminierung gegen bestimmte Minderheitsgruppen erinnert an gewisse Situationen heute in unserem eigenen Land. Der Autor hat auch klar gezeigt, dass die Faschisten überall von Anfang an finanziell unterstützt wurden. Und es wird klar, dass die Vorstellungskraft der Mehrheit der Menschen nicht ausreichte, um die kommende Katastrophe nur annähernd zu begreifen. 

Zweig ist sehr einfühlsam und man spürt, dass er nicht wirklich politisch war und fähig war, die schwierige Situation seiner Freunde, die nicht Juden waren, zu verstehen. 

Es ist ein wahres Privileg zu lesen, wie er die Welt gesehen hat und man kann dieses Buch nur empfehlen. 

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