Kolbe von Andreas Kollender

Wir besprechen das Buch am 22. September bei Chris M.

Wir besprechen das Buch am 22. September bei Chris M.
Eigentlich eine Seltenheit – alle haben das Buch zu Ende gelesen und waren davon begeistert:). Für Einige zählt es jetzt sogar zu den Lieblingsbüchern! Also kein Wunder, dass dieses Buch über drei Geschwister, die ihre Eltern verloren haben und auf unterschiedliche Weise versuchen mit diesem Schicksalsschlag fertig zu werden, 80 Wochen auf der Bestsellerliste war! Ja, und mit der Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stimmte niemand überein, denn die war eher negativ.
Das Buch war leicht zu lesen aber aufgrund des Inhalts nicht einfach. Es gab gute Formulierungen und die Sprache war fließend. Der Inhalt nahm einen in Bann und man wollte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Wir konnten kaum glauben wie jung der Autor ist und wie gefühlvoll er die Geschichte beschrieben und die Charaktere behandelt hat. Wir waren alle von der Geschichte zutiefst berührt. Und obwohl sie traurig war, gibt es am Ende doch Hoffnung. Nichts im Buch war gekünstelt und es ist sehr schwierig so zu schreiben! Die Themen, die angeschnitten wurden, waren vielfach und interessant. Unsererseits gab es wirklich nichts daran auszusetzen.
Wirklich empfehlenswert und das ohne Einschränkung!

Wir besprechen dieses Buch am 4. August bei Douglas.

Wir besprechen dieses Buch am 23. Juni bei Susanne

Wir feiern im Mai unser 20. Jubiläum und deshalb gibt es kein “Buch des Monats”, sondern jeder von uns wird sein(e) Lieblingsgedicht(e) mitbringen und mit den Mitgliedern teilen.
Wir treffen uns vom 3. – 5. Mai in Lewes im Strandhaus von Alicia.
Der Protagonist, dessen Namen wir nie erfahren, der quer durch Deutschland reist, alte Freunde trifft, mit denen ihn scheinbar nichts wirklich verbindet, und nuancierte und teilweise sogar tiefsinnige Beobachtungen wiedergibt scheint sich auf einer Art Sinnessuche zu befinden, ist aber erfolglos, da er im Grunde genommen willenlos ist. Weder er noch seine Freunde sind sympathisch und scheinen lebensunfähig. Am Ende des Buches findet man auch noch Zusammenhänge mit Thomas Mann.

Wir besprechen dieses Buch am 24. März bei Gena.
Einige von uns kannten dieses Buch von früher oder haben den Film “Der blaue Engel” mit Marlene Dietrich und Emil Jannings gesehen. Obwohl das Buch keine totale Begeisterung ausgelöst hat, hat es allen bis auf zwei Ausnahmen sehr gut gefallen. Allerdings war der Anfang etwas schwierig und das Plattdeutsch war eine Herausforderung für alle. Tja, sogar “Herr Unrat” hat Probleme damit:). Diejenigen, die das Buch auf Kindle gelesen haben, fanden die Einbindung des Offline-Wörterbuches extrem hilfreich, denn es gab viel nachzuschlagen.
Die Diskussion war sehr interessant, denn fast jedes Mitglied fand eine andere Perspektive der Geschichte faszinierend. Für manche war das Thema von Sitte und Moral aufschlussreich, für andere das Verhältnis zwischen Professor Rat und Rosa Fröhlich. Natürlich wurden alle Charaktere ausführlich besprochen, denn wir alle kennen Tyrannen, die Leute unterdrücken, aber auch Leute wie Lohmann, der sich gerne mit Poesie und Literatur beschäftigt und unglücklich verliebt ist. Aber Lohmanns’ Intelligenz wird von Professor überhaupt nicht gefördert. Im Gegenteil, weil er voller Hass und Misstrauen ist, stellt er seine Schüler lieber bloß und unterdrückt sie. Einige fragten sich, wie sich Professor Rat zu so einem unsympathischen und im Endeffekt aber Mitleid erregenden Charakter entwickeln konnte. Auch die Klassenunterschiede und die heuchlerische Moral der Gesellschaft wurden besprochen, so wie das Thema der “gesellschaftlichen Normen und Regeln’, die unbedingt eingehalten werden müssen, Die Entwicklung der Charaktere war beeindruckend und auch die Beschreibung, wie Prof. Unrat Rosa als Instrument seines Hasses verwendet wird und Rosa Fröhlich dabei bewusst mitmacht.
Heinrich Manns berühmtes Werk ist eine Satire und kritisiert die bürgerliche Scheinmoral und die autoritären Strukturen des deutschen wilhelminisches Kaiserreiches. Trotz allem ist dieses Buch heute noch aktuell, denn es gibt auch jetzt noch zahlreiche Tyrannen, die leider noch mehr Macht besitzen.
Der Roman und der Film “Der Blaue Engel” weichen inhaltlich voneinander ab, aber letztendlich wurde das Buch durch den Film so berühmt.
Am Ende des Treffens haben wir uns auch noch mit der Beziehung zwischen Thomas und Heinrich Mann beschäftigt, die von viel Zuneigung und Konflikt geprägt war.